Eindringprüfung (PT) in Belgien

Ortung oberflächenoffener Fehler an allen nicht porösen Werkstoffen, nach EN ISO 3452-1.

Was ist die Eindringprüfung?

Bei der Eindringprüfung wird eine farbige oder fluoreszierende Flüssigkeit auf die gereinigte Oberfläche aufgebracht. Sie dringt durch Kapillarwirkung in oberflächenoffene Fehler ein. Nach der Einwirkzeit wird das überschüssige Mittel entfernt und ein Entwickler aufgetragen, der das im Fehler verbliebene Eindringmittel wieder herauszieht und die Anzeige sichtbar vergrößert.

Das Verfahren zeigt ausschließlich Fehler, die zur Oberfläche hin offen sind. Ein innenliegender Fehler bleibt unsichtbar, gleich wie groß er ist.

Sein Vorzug: es funktioniert an praktisch jedem nicht porösen Werkstoff — Edelstahl, Aluminium, Nickel- und Titanlegierungen, Kupfer —, also gerade dort, wo die Magnetpulverprüfung ausscheidet.

Wie wir vorgehen

Der Ablauf folgt EN ISO 3452-1: Vorreinigung, Auftragen des Eindringmittels, Einwirkzeit, Zwischenreinigung, Auftragen des Entwicklers, Wartezeit und Auswertung. Jeder Schritt hat vorgegebene Zeiten; sie zu verkürzen macht das Ergebnis wertlos.

Bei fluoreszierenden Systemen erfolgt die Auswertung unter UV-A-Strahlung, in abgedunkelter Umgebung mit begrenztem Weißlichtanteil. Wir messen die Bestrahlungsstärke und das Restlicht und halten beide Werte im Bericht fest.

Anwendungen

  • Prüfung von Schweißnähten an nichtrostenden Stählen und Sonderlegierungen
  • Prüfung von Guss- und Schmiedeteilen auf oberflächenoffene Fehler
  • Prüfung von Rohrleitungen und Behältern aus austenitischem Werkstoff
  • Wurzel- und Zwischenlagenprüfung während des Schweißens
  • Prüfung nach Instandsetzung, um den Erfolg der Reparatur nachzuweisen

Vorteile

  • Anwendbar auf nichtmagnetische Werkstoffe, wo Magnetpulver ausscheidet
  • Hohe Empfindlichkeit für feine, oberflächenoffene Risse
  • Auch an komplexen Geometrien und Bohrungen einsetzbar
  • Mobil, ohne Netzanschluss durchführbar
  • Anzeigen unmittelbar sichtbar und fotografisch dokumentierbar

Normen

EN ISO 3452-1 für die allgemeinen Grundlagen, EN ISO 3452-2 für die Prüfmittel, EN ISO 23277 für die Zulässigkeitsgrenzen an Schweißverbindungen, EN ISO 10893-4 für Stahlrohre. Die Eindringprüfung liegt im Geltungsbereich unserer BELAC-Akkreditierung 786-INSP.

Häufige Fragen

Nein. Eine Beschichtung verschließt die Fehleröffnung und verhindert das Eindringen. Die Fläche muss blank und sauber sein; Farbe, Zunder und Fett sind vorher zu entfernen. Das gehört zur Vorbereitung und ist bei der Zeitplanung einzurechnen.

Fluoreszierende Systeme sind empfindlicher und finden feinere Anzeigen, verlangen aber eine abgedunkelte Umgebung und UV-Beleuchtung. Farbeindringmittel arbeiten bei Tageslicht und sind auf der Baustelle praktischer. Die Wahl richtet sich nach der geforderten Empfindlichkeit und den Bedingungen vor Ort.

Ohne Nachreinigung ja. Bei nichtrostenden Stählen und bei Bauteilen für Sauerstoff- oder Lebensmittelanwendungen ist die Nachreinigung zwingend, und die eingesetzten Mittel müssen hinsichtlich Halogen- und Schwefelgehalt geeignet sein. Sagen Sie uns die Anwendung, dann wählen wir das passende System.

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