Ferritmessung in Belgien
Bestimmung des Ferritgehalts an nichtrostenden und Duplex-Stählen nach EN ISO 8249.
Was ist die Ferritmessung?
Austenitisches und Duplex-Schweißgut enthält einen Anteil an Deltaferrit. Dieser Anteil ist kein Zufall, sondern eine Auslegungsgröße: zu wenig Ferrit erhöht die Neigung zu Heißrissen, zu viel verschlechtert Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit und kann bei Temperatureinwirkung zu Versprödung führen.
Gemessen wird der Ferritgehalt magnetisch, mit einem tragbaren Gerät, unmittelbar am Bauteil.
Für Duplex-Stähle ist die Messung besonders wichtig: dort beruht die Werkstoffeigenschaft auf einem ausgewogenen Verhältnis der beiden Phasen, und das Schweißen kann dieses Gleichgewicht verschieben.
Wie wir vorgehen
Die Messung erfolgt nach EN ISO 8249 an blank vorbereiteter Oberfläche. Je Naht werden mehrere Messstellen erfasst, im Schweißgut und gegebenenfalls in der Wurzellage, da der Gehalt über den Nahtquerschnitt schwanken kann.
Das Gerät wird an zertifizierten Vergleichsproben überprüft. Der Bericht führt Einzelwerte, Mittelwert und Streuung je Naht auf, mit Angabe der Bezugsgröße — Ferritnummer oder Volumenanteil.
Anwendungen
- Prüfung von Schweißnähten an Duplex- und Superduplex-Stählen
- Prüfung austenitischer Nähte auf Heißrissneigung
- Nachweis im Rahmen der Verfahrensqualifikation
- Fertigungsbegleitende Prüfung in der Chemie und Petrochemie
- Zustandsbewertung an Anlagen nach Temperaturbelastung
Vorteile
- Zerstörungsfrei, unmittelbar am Bauteil
- Ergebnis in Sekunden
- Erfasst eine Eigenschaft, die kein anderes Verfahren zeigt
- Auch an fertig montierten Anlagen anwendbar
- Für Duplex-Werkstoffe häufig vertraglich gefordert
Normen
EN ISO 8249 für die Bestimmung der Ferritnummer an austenitischem und Duplex-Schweißgut, AWS A4.2M als gleichwertiges Regelwerk. Die Ferritmessung liegt im Geltungsbereich unserer BELAC-Akkreditierung 786-INSP.