Magnetpulverprüfung (MT) in Belgien

Ortung oberflächennaher Risse an ferromagnetischen Werkstoffen, nach EN ISO 9934-1 und EN ISO 17638.

Was ist die Magnetpulverprüfung?

Das Bauteil wird magnetisiert. Ein Fehler, der quer zum Feldverlauf liegt, stört den Feldlinienfluss und erzeugt an der Oberfläche ein Streufeld. Feine magnetische Teilchen, trocken oder in einer Trägerflüssigkeit, sammeln sich dort und zeichnen den Fehler nach.

Anders als die Eindringprüfung erfasst die Magnetpulverprüfung nicht nur oberflächenoffene, sondern auch dicht unter der Oberfläche liegende Fehler — allerdings nur wenige Millimeter tief.

Die Einschränkung ist grundsätzlich: das Verfahren arbeitet nur an ferromagnetischen Werkstoffen. An austenitischem Edelstahl, Aluminium oder Kupfer ist es wirkungslos.

Wie wir vorgehen

Wir magnetisieren mit Elektromagnetjoch, Stromdurchflutung oder Spule, je nach Bauteilform und erwarteter Fehlerlage. Da ein Fehler parallel zum Feld unsichtbar bleibt, wird jede Fläche in zwei zueinander senkrechten Richtungen geprüft.

Bei fluoreszierenden Systemen erfolgt die Auswertung unter UV-A-Strahlung bei begrenztem Restweißlicht; beide Werte werden gemessen und im Bericht festgehalten. Abschließend wird das Bauteil entmagnetisiert, wo die Weiterverarbeitung das verlangt.

Anwendungen

  • Prüfung von Schweißnähten an Bau- und Feinkornstählen
  • Rissprüfung an Lasthaken, Kranbauteilen und Hebezeug
  • Prüfung von Schmiedeteilen, Achsen und Wellen
  • Prüfung von Stutzen und Anschweißteilen an Druckgeräten
  • Ortung von Ermüdungsrissen an zyklisch belasteten Bauteilen

Vorteile

  • Erfasst auch dicht unter der Oberfläche liegende Fehler
  • Empfindlicher als die Eindringprüfung bei feinen Rissen
  • Rasch, mit unmittelbarem Ergebnis
  • Toleranter gegenüber der Oberflächengüte als die Eindringprüfung
  • Mobil einsetzbar, auch in der Höhe und in engen Bereichen

Normen

EN ISO 9934-1 für die allgemeinen Grundlagen, EN ISO 9934-2 und -3 für Prüfmittel und Ausrüstung, EN ISO 17638 für Schweißverbindungen, EN ISO 23278 für die Zulässigkeitsgrenzen, EN 1369 für Gussteile, EN 10228-1 für Schmiedeteile. Die Magnetpulverprüfung liegt im Geltungsbereich unserer BELAC-Akkreditierung 786-INSP.

Häufige Fragen

Weil ein Fehler, der parallel zu den Feldlinien verläuft, kein Streufeld erzeugt und damit unsichtbar bleibt. Zwei zueinander senkrechte Magnetisierungsrichtungen stellen sicher, dass Fehler jeder Orientierung erfasst werden. Eine Prüfung in nur einer Richtung ist unvollständig.

Nicht immer, aber oft. Restmagnetismus kann spätere Bearbeitungsschritte stören, Späne anziehen oder den Lichtbogen beim Schweißen ablenken. Wo die Weiterverarbeitung oder die Spezifikation es verlangt, entmagnetisieren wir und weisen den Restwert nach.

An austenitischem Edelstahl nicht — er ist nicht ferromagnetisch. Bei Duplex-Stählen kommt es auf den Ferritanteil an. Für nichtmagnetische Werkstoffe übernimmt die Eindringprüfung die oberflächenoffenen Fehler.

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