Ultraschallprüfung (UT) in Belgien

Volumetrische Prüfung von Schweißnähten und Werkstoffen nach EN ISO 17640, mit Ortung innenliegender Fehler.

Was ist die Ultraschallprüfung?

Ein Prüfkopf sendet hochfrequente Schallwellen in das Bauteil. Treffen sie auf eine Grenzfläche — die Rückwand oder einen Fehler —, werden sie reflektiert und vom selben Prüfkopf wieder empfangen. Aus Laufzeit und Amplitude des Echos ergeben sich Lage und Größe der Reflexionsstelle.

Die Ultraschallprüfung erfasst innenliegende Fehler über die gesamte Wanddicke und ist besonders stark bei flächigen Fehlern — Bindefehlern, Rissen, ungenügender Durchschweißung —, die gerade dort liegen, wo die Durchstrahlungsprüfung schwach ist.

Sie hinterlässt kein Bild im Sinne eines Films, dafür ist sie ohne Strahlenschutzmaßnahmen einsetzbar und erlaubt die Prüfung bei laufendem Betrieb der Umgebung.

Wie wir vorgehen

Die Prüfung folgt EN ISO 17640, mit Wahl von Prüfkopfwinkel, Frequenz und Prüftechnik nach Wanddicke, Nahtform und erwarteter Fehlerlage. Die Empfindlichkeit wird an einem Vergleichskörper eingestellt und während der Prüfung überwacht.

Jede Anzeige oberhalb der Registriergrenze wird geortet, in ihrer Ausdehnung bestimmt und gegen die Zulässigkeitsgrenzen der EN ISO 11666 bewertet. Der Bericht führt Prüftechnik, Einstellung und Befunde je Naht auf.

Anwendungen

  • Volumetrische Prüfung von Stumpfnähten an Rohrleitungen, Behältern und Tragwerken
  • Prüfung von Grobblechen auf Dopplungen nach EN 10160
  • Prüfung von Schmiedeteilen nach EN 10228-3 und -4
  • Wanddickenmessung und Korrosionsüberwachung
  • Prüfung von Gussteilen nach EN 12680

Vorteile

  • Hohe Empfindlichkeit für flächige Fehler, die die Durchstrahlung übersieht
  • Zugang von nur einer Seite genügt
  • Keine ionisierende Strahlung, kein Räumen des Bereichs
  • Unmittelbares Ergebnis, ohne Entwicklungszeit
  • Auch an großen Wanddicken einsetzbar

Normen

EN ISO 17640 für die Prüfung von Schweißverbindungen, EN ISO 11666 für die Zulässigkeitsgrenzen, EN ISO 16810 ff. für die allgemeinen Grundlagen, EN ISO 22825 für austenitische Werkstoffe und Nickellegierungen, EN 10160 für Grobbleche. Die Ultraschallprüfung liegt im Geltungsbereich unserer BELAC-Akkreditierung 786-INSP.

Häufige Fragen

Keines von beiden allgemein. Ultraschall ist stark bei flächigen Fehlern wie Bindefehlern und Rissen, die Durchstrahlung bei Volumenfehlern wie Poren und Schlacke. An sicherheitsrelevanten Nähten verlangt die Produktnorm häufig beides, gerade weil kein Verfahren alles erfasst.

An austenitischem Schweißgut ist sie anspruchsvoll: das grobe Gefüge streut und dämpft den Schall. Es gibt dafür eigene Techniken und mit EN ISO 22825 eine eigene Norm, aber es ist Facharbeit. Nennen Sie uns Werkstoff und Wanddicke, dann sagen wir, was machbar ist.

Unterhalb einiger Millimeter wird die Prüfung an Schweißnähten schwierig, weil Ein- und Ausschallbereich zusammenfallen; dort hat die Durchstrahlung Vorteile. Nach oben gibt es kaum eine Grenze — mit steigender Dicke wird Ultraschall gegenüber der Durchstrahlung sogar praktikabler.

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